Hermann Benninghoven hat uns ein Album hinterlassen. Genauer betrachtet sind es zwei dicke Bücher. Texte, Zeitungsausschnitte, Fotos, kleine Dokumente... seine Sammlung ist so kurios wie einzigartig, liebevoll versucht zu gestalten, ein Schatz an einzigartigen Informationen und Bildern.

 

 

Hermann Benninghoven

Hermann Benninghoven entsprach augenscheinlich exakt jenem Bild eines künftigen Bewohners der Weidener Villenkolonie, das ihr Architekt Emil Schreiterer in einem Werbeprospekt formuliert hatte... er war der Geschäftsmann, der sein Kontor nach angestrengter und aufreibender Arbeit schließt... er bedarf nach treulich erfüllter Arbeit der Ruhe und Erholung, sie findet er am besten abseits des Stadtgetriebes im Kreis der Familie am eigenen Herd ...er findet die verloren gegangene Fühlung mit der Natur ... und den überaus segensreichen Einfluss des Landlebens auf die Gesundheit.

 

Benninghoven wohnte mit seiner Familie in der Goethestraße, er hatte den Neubau mit der heutigen Nr. 30 erworben. Das Haus war seinerzeit das letzte an der Westseite der Straße vor der Brache zur Aachener Straße und auf Postkarten ein beliebtes Fotomotiv. Später nannte er es auch das Geburtshaus seines Sohnes. Er war Kaufmann, sein Geschäft hatte er in der Hohe Straße in Köln.


Römergrab inspirierte ihn, es gab etwas historisch wettvolles 

stolz auf seine neue Heimat, begann deren Geschichte aus damaliger Sicht aufzuschreiben. Artikel handschriftlich abgeschrieben 

Zusätzlich hielt er die zeitgenössische Entwicklung seines neuen Weidens und ihrer Bewohner fest, und die Themen der gelebten Gegenwart, die ihm wichtig erschienen. Dies ist schon eine einzigartige Dokumentation von 25 Jahren Gemeindegeschichte mit außergewöhnlichen Dokumenten, Fotos, Beschreibungen, Kommentaren. An sich schon selten und bemerkenswert. Für diese Zeit der entscheidenden Entwicklung zu Vororten Kölns eine einzigartige Sammlung...


In der geschriebenen Weidener Ortsgeschichte taucht Hermann Benninghoven eigentlich nicht auf, allerdings gehörte er zum Kreis der ersten Bewohner und damit der Gründer der Villenkolonie und kannte somit alle Bewohner der Goethestraße und der Eichendorffstraße persönlich. Offensichtlich hatte er auch engeren Kontakt zu manchen alten einheimischen Familien, die entweder wohlhabend oder einflussreich waren, worauf die vielen Angaben zum Gutsbesitzer und Beigeordneten Carl Kaulen, dem Arzt Heinrich Clemenz, Bürgermeister Otto Klein, den Familien Ritterbach - Kroll, Dr. Kukulka und anderen hinweisen. Den aus einheimischen dörflichen Verhältnissen stammenden Bürgermeister Nolden erwähnt er in seinem Album dagegen nicht.

 

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