Es gehört zur Geschichte der Junkersdorfer Gartenstadtbebauung nach dem II. Weltkrieg, dass viele Einfamilienhäuser nur von der Generation des Bauherren bewohnt und anschließend wieder abgebrochen wurden. Weil es keine Auflagen mehr zu einer einheitlichen Gestaltung der Häuser gab, konnten viele Ideale des Wohnens in der noch jungen freiheitlichen Gesellschaft verwirklicht werden.

 

Viele individuell gestalteten Wohnhäuser der 1950er Jahre, Spiegelbilder der Lebensideale ihrer Zeit, wurden schon seit den 1980er Jahren durch Mehrfamilienhäuser ersetzt, für deren Ausnutzung der ursprüngliche Gartenbereich oft gleich mit bebaut wurde.

 

 

 

Haus Willy Schneider

 

 

 

 

 

 

Alfons-Nowak-Straße 5

 

Baujahr: 1955/56

Bauherr: Willy Schneider, Sänger

Architekt: Gerhard van Wickern

 

 

Eingeschossiges Wohnhaus mit Walmdach und hell verputzter Fassade       

 

 

Zu den frühen Bauherren gehörte der Kölner Volks- und Heimatsänger und Junkersdorfer Ehrenbürger Willy Schneider (1905 – 1989). Sein 1956 fertiggestellter Neubau am Wienerweg Nr. 5 (heute: Alfons-Nowak-Straße) war das erste Wohnhaus an der neu angelegten Straße, gegenüber der soeben fertiggestellten belgischen Schule. Es stand im nördlichen Gartenbereich des 1900m² großen Eckgrundstücks zum Donauweg,  mit 12 m Abstand zum Wiener Weg und 25 m zum Donauweg. Nach Willy Schneiders Tod wurde sein Wohnhaus abgebrochen, das Grundstück wurde daraufhin mit zwei Mehrfamilienhäusern neu bebaut. 

 

 

 

 

 

 

Für den Düsseldorfer Architekten Gerhard van Wickern war es das erste in Selbständigkeit entworfene Wohnhaus. Der eingeschossige Bau entsprach einer in seiner Zeit häufig gewählten traditionellen Moderne. Nach außen hin mit seinem großflächigen Walmdach eher konservativ wirkend, orientierte sich die Lage der Wohnräume auf der etwa 200 m² großen, fast quadratischen Grundfläche an modernen Bauten der 1920er Jahre.

 

Der Eingang  an der Nordseite führte in eine sehr geräumige Diele, von der aus alle Räume erreichbar waren. Neben der Küche mit Essplatz und Blumenfenster waren ein Arbeitszimmer und ein kleiner Gastraum  mit Gäste-WC an der Nordseite angeordnet.

 

Die für das Ehepaar Schneider offenbar wichtigsten Räume nahmen die größere Haushälfte ein und gruppierten sich um die mit Bruchsteinplatten belegte Terrasse.  Das zwischen den großen Fenstern durch einen Vorhang teilbare Wohn- und Musikzimmer mit Flügel (52 m²) war nach Süden hin völlig verglast. Und das ebenfalls sehr geräumige Schlafzimmer (32m²) hatte eine verglaste Doppeltür zur Terrasse.  Hier saß man windgeschützt, mit Südsonne und Blick in den großen Garten.

 

 

   Architekt van Wickern und Frau Schneider vor dem Rohbau.

   Im Hintergrund die belgische Schule.

  Der fertiggestellte Neubau 1956.


 

 

 

Alle Abbildungen: Gerhard van Wickern, 1955 und 1956, Sammlung  Uwe Griep. Mit freundlicher Genehmigung von Stefan Hartwig van Wickern, Viersen-Dülken.