Bahnstraße 3
Haus Ratajczak
erbaut um 1895
Foto um 1915
Privatbesitz
Bahnstraße 7 (damals noch Nr. 2)
Haus von Peter Kücken, Postassistent a.D.
erbaut um 1870
Foto um 1924
Privatbesitz
Das eingeschossige Backsteinhaus mit ausgebautem Dachgeschoss und kleinem Vorgarten war vermutlich das Wohnhaus eines Eisenbahnbeamten am 1870 neu eröffneten Lövenicher Bahnhof und das älteste Haus im westlichen Bereich der Bahnstraße.
Die Form des Hauses mit seinem spitzen Giebel entsprach einem Typenhaus, wie es die Eisenbahngesellschaft im Rechtsrheinischen für seine Beamten gebaut hatte. In den hiesigen Dörfern kommt dieser Typ Backsteinhaus ansonsten nicht vor. Auch die Farbigkeit der Fenstersturzsteine (rot-gelb) und die Form des Gesimses sind untypisch für die damaligen Bauten in der Gemeinde.
1911 war das Haus mit rückwärtigem Stall im Besitz des Johann Maria Farina, der 1914 die abgebildete Vorgarteneinfriedung errichten ließ. Farina, einer der vielen Kölner Parfümfabrikanten gleichen Namens, gehörte die Fabrik Alter Markt Nr. 54 (von Johann Maria Farina u. Robert Tilly), sein vielfach ausgezeichnetes Parfüm trug den Namen Original Nr. 54 Eau de Cologne.
1924 ließ der Postassistent a.D. Peter Kücken das Haus aufstocken und vermutlich zu diesem Anlass den fertigen Bau mit seiner Familie und sich selbst fotografieren.
Das Haus wurde 1957 niedergelegt, der Neubau unter Verwendung von Keller- und Erdgeschossmauerwerk entstand ein Jahr später.
Bahnstr. 23 ff.
Foto um 1918,
Sammlung Dr. Axel Peuster +
Die beiden Mädchen flanieren vor dem mit Efeu bewachsenen Haus Nr. 23 mit Vorgarteneinfriedung und gemauerter Grabenbrücke. Die Straße war noch nicht befestigt, Bäume waren in den Vorgärten gewachsen weil vor den Häusern noch der Graben verlief.
Bahnstraße 68 (Denkmal)
1901/02
Bauherr: Edmund Schervier Sohn, Düsseldorf
Architekt: Wilhelm Nagelschmidt, Köln (Entwurf zugeschrieben)
Unternehmer: Johann Josef Odendahl, Maurermeister aus Hücheln
Das bis heute in seiner ursprünglichen Gestalt weitgehend erhaltene Haus - der Eingangserker und die Mauer wurden 1904 ergänzt, zwei Dachgauben und die veränderte Vorgarteneinfriedung sind aus den 1980er Jahren - hatte 1932 die Nummer 103. Im Erdgeschoss war die Zweigstelle Weiden der AOK für den Landkreis Köln untergebracht, darüber wohnte deren Leiter mit seiner Familie.
Nach 1934 befanden sich hier vorübergehend das Wohlfahrtsamt der Gemeinde Lövenich und das Amtsbauamt.
Das 1987 aufwändig restaurierte Haus wird heute als Wohnhaus genutzt.
Foto um 1932, Privatbesitz Uwe Griep
Bahnstraße, rechts Nr. 35-39, die linke Straßenseite war noch nicht bebaut, 1920er Jahre
Nr. 39 ganz rechts war das Wohnhaus der weltweit gastierenden Harfenistin Margarethe Flügge. Frau Flügge betrieb seit den 1920er Jahren im Erdgeschoss ihres Hauses einen Schreibwarenladen und einen eigenen Postkartenverlag. In ihrem Verlag erschien auch jene Weihnachtskarte, ein mit Schneemotiven zumindest teilweise übermaltes Foto.
Postkarte, 1920er Jahre, nicht gelaufen. Sammlung Uwe Griep