Gedanken, Ideen, Pläne, Fragen...

In den gefühlten Zeitkreisläufen während der völlig unverhofften aber doch zeittypischen häuslichen Isolation tauchen vor meinem Auge mitunter Gedanken auf, die es lohnt festzuhalten. So auch zu unseren Themen. Keine großen Neuigkeiten, aber kleine Zusammenhänge von bekannten Einzelbildern, die sich so gemeinsam eher lohnen, dargestellt zu werden. Große Themen, die mein Zeitlimit übersteigen. Brachliegende Sammlungen in Archiven, für die sich niemand interessiert. Was ich meine:

 

Straßennamen, die historische Gutshöfe bezeichnen.

Alleine in Weiden-Süd finden sich fünf solcher Straßennamen, die nie die genaue Lage des genannten Gutshofs anzeigen, sondern nur eine Erinnerung an ihn sind. Der Erkelenzhofweg im alten Uesdorf, der Hof stand an der Aachener Straße neben dem Hotel Germania. Der Wickratherhofweg liegt abseits des ehemaligen Hofs am Frechener Weg / Gertrudisstraße und seiner Grundstücke. Am Clarenhof war immer durch die Grundstücke an der Schulstraße und der Schule vom einstigen Clarenhof getrennt. Am Engelshof war zwar in Sichtweite aber nicht in direkter Nachbarschaft zum Hof. Auf dem benachbarten Grundstück stand dagegen jener Hof, der vorübergehend Kapellenhof genannt wurde. Der Name hatte nichts mit der Kapelle des Engelshof zu tun. Der Bereich des Kapellenhofwegs war historisch immer unbebaut. 

Auch in Junkersdorf gibt es solche Beispiele, wobei die behördlich so verordnete Erinnerung an untergegangene Gutshöfe schon seltsame Blüten treibt. Tönneshof, Sterrenhof und Statthalterhof bezeichnen zwar heute gleich vier (!) verschiedene Straßen, aber allesamt denselben historischen Gutshof. 

Ich sollte die Erklärungen dazu in Kürze unter Historische Straßennamen ein wenig ausführen.

 

Die Gartenstadt Stadion war das bedeutendste Architekturprojekt innerhalb der einstigen Gemeinde Lövenich und damit natürlich des heutigen Junkersdorf. Ich bin mir nicht sicher, ob die gesamte Darstellung den Rahmen dieser Homepage sprengen würde, auf jeden Fall bedeutet es einen sehr großen Zeitaufwand. Kürzen kann kann keine Lösung sein. Aber die öffentliche Darstellung ist bedeutend. Leider hatte die Kölner Stadtverwaltung in den 1990er Jahren die vom damaligen Stadtkonservator favorisierte  Lösung eines Denkmalbereichs abgelehnt. Die Folge sind die bekannten unverhältnismäßigen Neubauten an Frankenstraße und Kölner Weg. Historisch gesehen ein Drama war der von vielen Seiten forcierte Abbruch der einzigartigen Bauhausvilla Frankenstraße 2, die zuletzt nicht unter Denkmalschutz stand und jahrelang vernachlässigt worden war. Die neuerlichen Abrisse an Kölner Straße und Paul Finger Straße von Häusern der späten 1930er Jahre lassen keine sensiblere Neubebauung als in der direkten Nachbarschaft erwarten.

Einzelne Häuser der Gartenstadt zu beschreiben würde mir als ein aus den Zusammenhängen gerissenes Flickwerk vorkommen. Vielleicht mache ich für Frankenstraße 2 eine Ausnahme, da die Villa ja nun verschwunden ist.

 

Zufällig erfuhr ich, dass sich im Bergheimer Kreishaus eine Fotosammlung von Dr. Axel Peuster aus Weiden befindet, vielleicht sogar sein gesamter Nachlass. Ihn nach seinem viel zu frühen Tod dort abzuliefern wäre eine sehr weise Entscheidung seiner Geschwister gewesen. Axel Peuster hatte seine Dissertation über das Weiden zur Zeit von Bürgermeister Nolden (1900-1920) geschrieben, eine sehr spannende und einfach zu lesende Arbeit, die leider nie für die Öffentlichkeit publiziert wurde. Für den Pulheimer Geschichtsverein schrieb er mehrere Aufsätze, unter anderem über Weidener Gaststätten und den zweiten Eigentümer des Restaurants St. Florian. Axel Peuster war Historiker und Altsprachler, hatte häufig im alten Historischen Archiv gearbeitet und sicherlich reichlich Informationen unveröffentlicht gesammelt.

 

Und das Stadtwaldviertel. Die einstige Kaserne Haelen. Die einstige Etzel-Kaserne.

Von den belgischen Siedlungen der Zeit um 1950 und den damaligen belgischen Besitzungen, natürlich auch von der einstigen Kaserne, gab es immer wieder, besonders in Bauzeitschriften sehr schöne Architekturfotos. Einzelne Postkarten davon können ab und an, man sollte wissen wo genau man suchen muß, bei Ebay oder in Sammlerforen ersteigert werden. Irgendwann hatte ich entdeckt, dass seinerzeit eine geschlossene Sammlung aller jemals publizierten Fotos und vielen anderen als Postkartenbuch herausgegeben worden war, die zum Verkauf und zur Publikation auseinandergenommen wurde. Ich hatte das Glück, diese komplette Sammlung erwerben zu können - damit hatte ich überhaupt erst erkannt dass alle bekannten Fotos zu den belgischen Besitztümern daher kamen - und will sie vielleicht im Frühjahr hier veröffentlichen.

Und dann gibt es historische Zeitungsartikel zum Bau und zur Eröffnung der Etzelkaserne (ich glaube von 1938), ich besitze auch Fotos dazu, in der üblichen Aufmachung der lokalen Nazipropaganda.

Ob die Veröffentlichung von Fotos mit nicht zu identifizierenden lokalen Parteigrößen überhaupt erwünscht ist?... wäre sie erlaubt...?

 

Sorry, die Jahreszahlen konnte ich gerade nicht nachprüfen, da meine Unterlagen während meiner Isolation leider nicht greifbar sind. Noch 6 Tage und Nächte...

Macht es besser und bleibt gesund!

 

 

 

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